Amerikanischer Student besucht die Klasse 8

Am 11.12.2017 besuchte im Rahmen des „Rent an American“-Programms des DAI Tübingen ein amerkanischer Austauschstudent die Klasse 8.

Am 11.12.2017 fand ein waschechter Amerikaner den Weg ins PGH. Über das Schulprogramm „Rent an American“ des Deutsch-Amerikanischen-Instituts (D.A.I.) in Tübingen konnten wir Gianni Magna, 20 Jahre alt und Student der Germanistik und Kinowissenschaften aus San Fransisco in Kalifornien, für einen „Conversation Visit“ gewinnen. Die Bili-Schüler/innen der Klasse 8 haben in Geographie, begleitend zur Einheit „Globalization“, in der die Effekte des weltweiten Waren- und Informationsaustausches und deren Wirkung auf den (amerikanischen) Raum untersucht werden, Interviewfragen erarbeitet. Im Zentrum der Begegnung stand jedoch das gegenseitige Kennenlernen und Irritieren von Stereotypen und Vorurteilen auf beiden Seiten. Gebannt lauschten die PGHler/innen Giannis Präsentation, in der er berichtete „What I miss about California“. Dass es in Deutschland üblich ist, in Restaurants für Leitungswasser zu bezahlen, findet er beispielsweise unsäglich.

Vielmehr hatte er allerdings darüber zu berichten, was er nicht vermisst: Aus seinem Geldbeutel zückte er eine grüne Mitgliedskarte der AOK, um zu erklären, welch Segen eine Krankenversicherung sei, legte eine Tabelle üblicher Studiengebühren in den USA auf und illustrierte die daraus resultierende Verschuldung vieler US-amerikanischer Studierenden – alles Punkte, die ihn offen eingestehen ließen, für immer in Europa bleiben zu wollen. Die Fragen nach seiner politischen Position und Haltung gegenüber Präsident Trump gibt Gianni gerne preis, lässt aber seine kritischen Gedanken und liberale Haltung nicht ohne Erklärung stehen: So äußerte er sich auf eine Frage nach den Waffengesetzen in Amerika sehr deutlich: „Guns should have no role in public life!“ Er berichtete vom Leben in Kalifornien, nahe der Grenze zu Mexiko, beantwortete Fragen zur Zukunft des Importverhaltens der USA und schaffte es, sich nie der Rolle als Amerikaner in einem deutschen Klassenzimmer zu entziehen. Somit sorgte nicht nur die selbstgebackene Schwarzwälder-Kirsch-Torte einer Schülerin für interkulturelle Verständigung, sondern gerade Giannis offene Art und seine Bereitschaft, Unterschiede und Missstände klar zu benennen, schlugen eine Brücke zur Welt und stärkten die interkulturelle Kompetenz.