„Der Schlüssel zur Welt“ - Pädagogischer Tag 2019

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt!“ Unter dieser Einsicht könnte man die zahlreichen Einzelergebnisse des Pädagogischen Tages 2019 zusammenfassen.

So ist Sprache Zugang zu Wissen, ob verbal oder schriftlich vermittelt, Grundlage jeglicher Kommunikation und Voraussetzung aller Erkenntnis- und Verstehensprozesse: Denn wie soll etwas verstanden werden, ohne die entsprechende Fachsprache zu beherrschen? Wie sollen eigene Überlegungen oder Ergebnisse kommuniziert werden, ohne die entsprechenden Textformen zu beherrschen? Wie soll etwas nachvollzogen oder ausgedrückt werden, für das man keine (Fach-)Sprache hat?

Um die Schülerinnen und Schüler bei diesem Entwicklungsprozess von der Alltags- zur Bildungssprache zu unterstützen, die nicht nur im Abitur, sondern auch an den Universitäten eingefordert wird, setzte sich das Kollegium des Paracelsus-Gymnasiums-Hohenheim am 02.10.2019 intensiv mit dem Thema „Sprachsensibler Fachunterricht“ auseinander. Sprache wird in dieser Unterrichtsform nicht nur als Mittel zum Zweck verstanden, sondern bewusster in den Mittelpunkt des Fachunterrichts gestellt, um das inhaltliche Verständnis zu vertiefen und somit die Qualität des fachlichen Lernens zu steigern.

Bereits seit einiger Zeit setzte sich eine Projektgruppe von Lehrkräften intensiv mit der Bedeutung von Sprache im eigenen Fachunterricht auseinander. Der Pädagogische Tag diente nun als Auftaktveranstaltung zur Erarbeitung eines weiterführenden Konzeptes, das die unterschiedlichen sprachlichen Anforderungen der verschiedenen Fachbereiche koordiniert und Lehr- und Lernprozesse aufeinander abstimmt: Nach einem einführenden Vortrag des eingeladenen Experten Tobias Krämer (Fachberater am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie Berater für interkulturelle Bildung und Sprachförderung) fanden sich die Lehrkräfte in ihren jeweiligen Fachbereichen zusammen. Mit den weiteren eigens angereisten externen Experten Frau Stein (Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg) sowie Frau Widmeier und Herr Schmauder (Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Esslingen) wurden zum einen sprachliche Probleme in den einzelnen Fachbereichen identifiziert, zum anderen mögliche Unterrichtswerkzeuge und Strategien zum Umgang mit diesen Herausforderungen entwickelt. Weitere daran anschließende Gruppenarbeitsphasen am Nachmittag hatten zum Ziel, Abstimmung zwischen den Fachschaften sowie zwischen den Lehrkräften einzelner Klassen zu ermöglichen, sodass ein gemeinsames Agieren gewährleistet werden kann und Synergieeffekte geschaffen werden können.

Um den Schülerinnen und Schülern, auch im Sinne der Berufs- und Studienorientierung, die Schlüssel für ihre individuellen Bildungs- und Berufswelten an die Hand zu geben, gilt es nun, die Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und ersten Ansätze auf Schulebene aufeinander abzustimmen und zu koordinieren.
Dass das Thema Sprache nicht nur im Unterricht von großer Relevanz ist, sondern die gesamte Schulgemeinschaft tangiert, zeigen auch die Eltern, welche planen, sich vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Pädagogischen Tages mit der Frage zu beschäftigen, welche Auswirkungen die zunehmende Mehrsprachigkeit auf die Elternarbeit hat.