Experteninterview im Online-Unterricht

Täglich liegen sie im Unterricht auf den Bänken. Doch wie entstehen Schulbücher eigentlich? Dieser Frage ging der zweistündige Geographiekurs nach.

Am Dienstag den 13.10.2020 nahmen Schüler der J2 aus dem Erdkundekurs bei Frau Schöllkopf an einem Interview der ganz besonderen Art teil. Vollständig coronakonform verlief das Interview online über BigBlueButton. Zu Besuch war Herr Saal, Redakteur und Vertreter der Redaktion für Politik, Wirtschaft und Erdkunde des C.C. Buchner Verlags. Zu Beginn stellte Herr Saal seinen Verlag vor und nahm den Kurs mit auf die Reise von der Schulbuchidee über das Konzept bis hin zum Buchdruck. Unter der Frage „Wie entsteht ein Schulbuch?“ erläuterte Herr Saal nach welchen einzelnen Schritten vorgegangen wird. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Schulbuch produziert wird oder mit Überarbeitung neu aufgelegt wird: Änderungen im Lehrplan, Weiterentwicklung oder Aktualisierung des Materials in bereits vorhandenen Büchern oder auch innovative Ideen. Bei der Suche nach Autoren, erläuterte Herr Saal, geht der Verlag, entgegen unseren Erwartungen, oft auf Lehrer aber auch Universitätsdozenten zu. Der nächste Schritt besteht ist die Konzeption, woraufhin die Aufgaben – meist ganze Kapitel – an die Autoren verteilt werden. Die Autoren arbeiten nun Manuskripte aus. Der Redakteur fasst diese Manuskripte nach einer Überarbeitung zu einem Gesamtmanuskript zusammen. Nun wird das Manuskript gelayoutet und die Rechte für die verwendeten Materialien erworben. Schließlich muss das Kultusministerium die Genehmigung erteilen und nach einem weiteren Qualitätscheck kann das Buch gedruckt werden. Doch damit hört es noch nicht auf. Es folgen verschiedene Verkaufsstrategien, um einen möglichste großen Erfolg zu erzielen. Dazu gehören Werbeaktionen, Vernetzung und Leseproben.

In der zweiten Hälfte des Interviews durften die Schüler Fragen stellen, die sie zuvor vorbereitet hatten. In diesem Zusammenhang gab Herr Saal ein kleines (positives!) Feedback zu den selbstgestalteten Projekten der Schüler zu dem Thema „Die Auswirkungen einer Pandemie auf die deutsche Wirtschaft am Beispiel Covid-19“, welche sie bereits im letzten Schuljahr erarbeitet hatten. Die Aufgabe bestand darin, eine Doppelseite, wie sie in einem Erdkundebuch zu finden ist, zu gestalten, inklusive verschiedener Materialien wie Statistiken und Karikaturen, und passende Aufgaben zu stellen, welche ebenfalls gelöst werden sollten.

Im Interview stellten die Schüler Fragen rund um den Verlag bis hin zu Fragen über die Zukunft des Schulbuchs. Unter anderem wurde über „digitale Bücher“ diskutiert. Momentan dienen sie nur als Begleitmittel, jedoch bieten sie viele Möglichkeiten. Herr Saal prognostizierte, dass mit der voranschreitenden Digitalisierung digitale Lernmedien eine immer größere Rolle auch an Schulen spielen werden. Konkret wurde Herr Saal nach seinen Einschätzungen über das Schulbuch in sieben Jahren gefragt. Herr Saal stellt sich dabei viele interaktive Lernmodule sowie differenzierbare Aufgaben vor. Zusammenfassend war dies ein sehr interessanter Einblick in die Entstehung eines Schulbuchs und seine Einflussfaktoren.