Im Blickpunkt: Alternative Stadtführung Stuttgart

Am 7. Oktober 2019 nahm der katholische Religionskurs der Klasse 12 an einer alternativen Stadtführung des Vereins „Trott-war“ in Stuttgart teil.

Inhalt dieser Führung waren nicht die typischen Sehenswürdigkeiten Stuttgarts, sondern verschiedene Häuser, in denen Obdachlose, sozial Benachteiligte und Suchtkranke das Angebot von Hilfe annehmen können. Beispielsweise erhalten sie dort warme Speisen, frische Kleidung, Medikamente und Schlafsäcke.

Unsere zweistündige Tour startete an der U-Bahn-Haltestelle Charlottenplatz. Unsere Stadtführerin erzählte uns, dass nach dem Bau der Haltestelle viele Obdachlose dort Unterschlupf suchten, da es dort überdacht und geschützt war. Daraufhin begann unsere Tour.

Unseren ersten Stopp machten wir in der Nähe des Charlottenplatzes. Wir schauten uns ein Haus der Caritas an, das Essen, frische Kleidung und Spints, zur Aufbewahrung der Schlafsachen von Obdachlosen über den Tag, zur Verfügung stellt. Danach ging es weiter zu Katharinenstraße, die früher als Straßenstrich von Stuttgart bekannt war. Richtung Hauptstätter Straße findet man die Leonhardskirche. Im Zeitraum Januar bis März dient die Kirche als Anlaufstelle für bedürftige Menschen. Innerhalb sieben Wochen wird jeden Tag frisches, warmes Essen und medizinische Versorgung für Menschen und Tiere zur Verfügung gestellt. Die Vesperkirche finanziert sich allein von Spenden und wird von freiwilligen Helfern unterstützt.

Als nächstes liefen wir weiter zum Neef-Haus. Dort wohnen Frauen, auch mit Kindern, die eine schwere Vergangenheit erlebt haben. Anschließend zeigte uns die Stadtführerin die Franziskusstube, die von Schwester Margaret, eine Schwester des Franziskanerinnenordens organisiert wird und jeden Morgen ein Frühstück bereitstellt. Nach weiteren Schritten gelangten wir zu einem Gebäude, welche spezielle Hilfe für Suchtkranke anbietet. Neben diesem Haus befindet sich ein Haus für Männer, in dem sie sich neu einkleiden können und Schlafutensilien erhalten. Einige Straßen weiter gibt es eine Anlaufstelle für Heroinabhängige. Hier haben sie die Chance auf die Ersatzdroge Methadon zurückzugreifen, um ihre Sucht in den Griff zu bekommen.

Letzte Station war der „Schlupfwinkel“, ein Haus, in dem speziell mit Kindern gearbeitet wird, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und somit von ihrem zu Hause ausreißen. Die Führung endete am Marienplatz und dort erzählte uns die Stadtführerin noch einige Informationen über „Trott-war“ und die bekannte Straßenzeitung, die von Sozialbenachteiligten verkauft werden.

Insgesamt war es ein interessanter Ausflug, der die anderen Seiten Stuttgarts aufgezeigt hat. Wir waren sehr überrascht darüber, dass auch noch heutzutage in Stuttgart so viele Suchtkranke und Obdachlose leben. Diese Führung empfehlen wir weiter, damit auch die Schattenseiten der Gesellschaft vor Augen geführt werden.