Welttag des Buches am 23.04.2021

Welche Bedeutung kommt dem Buch im digitalen Zeitalter zu? Darüber machte sich eine Schülerin der 7C Gedanken.

Heute ist es für viele völlig normal, gedruckte Bücher und E-Books zu lesen. Aber am Welttag des Buches sollte man sich doch einmal fragen, wie das alles begann. Tauchen Sie ein in die Geschichte des ersten Massenmediums der Neuzeit: dem Buch.

Als Massenmedien versteht man allgemein „Mittel (=Medien), mit denen Nachrichten und Unterhaltung in Schrift, Ton und Bild zu einem breiten Publikum kommen“ (Bundeszentrale für politische Bildung). Das Buch ist das erste Massenmedium, da nach der Erfindung des Buchdrucks Bücher in ganz Europa und den USA verbreitet wurden und jeder sie lesen konnte. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern wurde von Johannes Gutenberg (im Jahre 1450) erfunden und spielt eine große Rolle in der Geschichte des Buches. Vor seiner Erfindung mussten Bücher entweder von Hand abgeschrieben oder die Druckvorlage mühsam in Holz geschnitten werden. Dank Gutenbergs Idee konnte man Bücher erstmals in hoher Anzahl drucken.

Doch mit der Verbreitung der Schriften trat für die Herrscher und die Kirche ein Problem auf. Wenn manche Leute z.B. Flugblätter mit ihrer Meinung gegen die Herrscher verteilten, konnten dies nun alle lesen. Um zu verhindern, dass ihnen ihre Macht genommen würde, erfand man die Zensur. Zensur bedeutet, dass „schriftliche und bildliche öffentliche Meinungsäußerungen“ (Helma Hörath, Deutschzeit 3, Cornelsen) vom Staat oder der Kirche geprüft werden. Den Höhepunkt der Zensur gab es zwischen 1933 und 1945. Heute ist die Zensur in Deutschland durch das Grundgesetz ausgeschlossen.

Im 20. Jahrhundert wurden E-Books immer populärer. Das lag unter anderem daran, dass sie im Dunkeln leuchten, beim Lesen nicht zuklappen und man sie als Trägermedium nutzen kann. Aber was hat sich eigentlich durch die Nutzung des E-Books verändert? Wenn man ein E-Book liest, werden alle Informationen über das Leseverhalten des Lesers an Verlage und Autoren weitergeleitet. Dadurch können sie den Geschmack des Lesers besser einschätzen und ihm gleich Bücher vorschlagen, die ihm gefallen. Dieses Prinzip des „gläsernen Lesers“ ermöglicht den Verlagen, an E-Books mehr Geld zu verdienen.

Nach einer Studie aus dem Jahr 2015 lasen 36% der 12- bis 19-Jährigen täglich oder mehrmals pro Woche. Die Nutzungsdauer von Büchern belief sich im Schnitt auf 22 Minuten pro Tag. Zum Vergleich: Die Nutzungsdauer des Internets betrug bei den 14- bis 29-Jährigen durchschnittlich 187 Minuten täglich. Das bedeutet, durchschnittlich verbringen die Jugendlichen mehr Zeit im Internet als mit lesen. Aufgrund von E-Books, dem Internet und anderen Faktoren verlieren gedruckte Bücher heutzutage ein wenig ihre Beliebtheit. Es gibt aber immer noch viele Menschen, die das gedruckte dem elektronischen Buch vorziehen.

Für mich persönlich wird ein E-Book niemals ein gedrucktes Buch ersetzen können, aber ich finde es trotzdem gut zu hören, dass die Erfindung des E-Books vielen Leuten den Alltag erleichtert. Ich bin auch froh, dass die Zensur in Deutschland verboten ist und jeder sich eine eigene Meinung bilden darf. Wir sind gespannt, wie die Geschichte des Buches weitergehen wird.