World LAB – Vielfalt und Begegnung am PGH

Welche Werte sollen unser interkulturelles Zusammenleben prägen? Dieser Frage gingen die Teilnehmer/innen während des World LAB-Projekts nach.

„Demokratie, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Gerechtigkeit und Zuverlässigkeit - das sind für uns zentrale Werte.“ Beschlossen wurde dieser Wertekanon einstimmig im interkulturellen Austausch im Zusammenhang einer Workshopserie, die zurzeit erstmalig an einem Gymnasium umgesetzt wird.

Begegnungen junger Menschen unterschiedlicher Herkunft und kultureller Prägung ermöglichen, gemeinsame Werte des Miteinanders erarbeiten, das soziale Umfeld gestalten, Nachhaltigkeit üben, sich für die Umwelt engagieren – diese Aspekte werden am Paracelsus-Gymnasium-Hohenheim bewusst unterstützt, was nicht zuletzt auch durch das Siegel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ausgezeichnet wird. Offene Begegnungen schaffen Raum zum Abbau von Vorurteilen und das Gemeinsame bietet Anlass für Kreativität und soziales Lernen. Eine besondere Möglichkeit dafür bietet das „World LAB“: Das World LAB schafft einen Raum für die Begegnung auf Augenhöhe zwischen Schüler/innen unterschiedlicher kultureller Herkunft, mit oder ohne Zuwanderungserfahrung an Schulen in Baden-Württemberg. Im Rahmen einer extern angeleiteten Workshopserie vertiefen die Teilnehmenden ihre demokratischen Handlungskompetenzen und werden angeregt, auf Basis gemeinsamer Werte Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen und sich aktiv in ihr Lebensumfeld einzubringen. Dabei spielen Themen wie nachhaltiges Wirtschaften, Umwelt und soziale Wirkung eine essentielle Rolle. Auf diese Weise entsteht ein Mehrwert für den (schulischen) Alltag und es werden gleichzeitig Kernkompetenzen für den Einstieg in das Berufsleben geschult. Das World LAB ist eine Kooperation der Stiftung Weltethos und des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Es ist Teil des Impulsprogramms für gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Baden-Württemberg.

Ganz konkret fanden sich Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen sowie zwei betreuende Lehrkräfte an zwei Vormittagen im Februar zum Kennenlernen und Austauschen, Ausprobieren und Entwickeln von Ideen zusammen. Geprägt von gegenseitiger Wertschätzung fanden die Schülerinnen und Schüler schnell gemeinsame Interessen, Sprachen und Hobbies. Im World Café lernten sich die Teilnehmer/Innen und die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe daraufhin intensiver kennen. Beim Verzehr von selbstgemachten internationalen Köstlichkeiten, dem Erörtern von albanischen und russischen Sprichwörtern sowie dem Ermitteln von kroatischen Wörtern mit deutschem Ursprung und dem Versuch, den eigenen Namen auf Arabisch zu schreiben, ist die Gruppe weiter zusammengewachsen.

Im Werteaustausch beim zweiten Workshop setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Werten auseinander und wogen diese gegeneinander ab. Zunächst ermittelten die TeilnehmerInnen für sich die wichtigsten Werte, bevor zuerst in Kleingruppen, später in der ganzen Gruppe lebhaft und eifrig diskutiert und abgewägt wurde. So erreichten sie gemeinsam das für diesen Workshop gesetzte Ziel, sich für ein angestrebtes Projekt auf fünf gemeinsame Werte zu einigen, und diese in einem Wertevertrag zu unterschreiben. Diese fünf gemeinsamen Werte (Demokratie, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Gerechtigkeit und Zuverlässigkeit) sind die Grundlage für die Zusammenarbeit während des Projekts.

Die Hingabe und große Motivation aller Teilnehmenden beruht auch auf der durchdachten und behutsamen Planung durch das World LAB-Team: Dr. Gerlinde Bigga, Anja Kirchner und Stefanie Layer (Weltethosstiftung) leiten mit viel Muße und Kreativität dieses Projekt zum ersten Mal an einem Gymnasium. Nach dem zweiten Workshop steht nun ein gemeinsames Projekt mit dem Working Title „Grünes PGH“ an. Dafür haben sich verschiedene Projekt-Tandems zusammengefunden, die unter Berücksichtigung der gemeinsamen Werte ihre Stärken zur Projektverwirklichung einsetzen.

Aufgrund der aktuellen Situation musste die weitere Projektplanung zunächst ausgesetzt werden – die World LAB-Teams stehen aber in den Startlöchern und freuen sich, in absehbarer Zukunft gemeinsam entstandene Erkenntnisse aus dieser wertschätzenden Begegnung nachhaltig in den Schulalltag am PGH einzubauen.