Klassenstufe 10 unterwegs in Sachen Europa

Am Dienstag, 5. Juli, wurden die 10er in aller Frühe vor der Schule von einem Reisebus abgeholt. Zielort: Europäisches Parlament, Straßburg.

Nach pandemiebedingter Pause konnte diese Fahrt endlich wieder stattfinden. Viel Zeit zum Planen blieb nicht, da der Besucherdienst des Parlaments erst sehr spät grünes Licht gab. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, ist doch gerade das Thema Europäische Union erfahrungsgemäß für manche Schülerinnen und Schüler recht abstrakt. So wurde das Thema umso anschaulicher, als wir dann nach Fahrt und Sicherheitskontrolle fast auf die Minute genau zum Redebeginn eines neuen Redners auf der Besuchertribüne des Parlaments Platz genommen hatten. Gerade erst in die Übersetzungstechnik (Kopfhörer mit der Möglichkeit, die verschiedenen Amtssprachen der EU anzuwählen) eingewiesen, stellten zwei Schülerinnen fest, dass sie den Kopfhörer gar nicht brauchten…es sprach der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, den sie aufgrund ihrer griechischen Wurzeln -anders als der Rest- auch ohne Hilfsmittel verstanden. Worum ging es? Der griechische Regierungschef hielt die Auftaktrede zu einer Diskussion im Parlament über die Europäische Union und ihre Zukunftsaussichten. In 30 Minuten informierte uns Herr Mitsotakis über die drängendsten Probleme, aber auch die Erfolge seines Landes wie der Europäischen Union. Auch der nächste Redner fiel in die Kategorie Spitzenpolitiker, es sprach Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament.

Ziemlich genau am Ende seiner Rede, die v. a. die Themen Ukraine und Migration zum Gegenstand hatte, bat uns der Besucherdienst zum nächsten Programmpunkt: Ein Mitarbeiter des Parlaments erklärte uns in 60 Minuten die wichtigsten Ziele und die größten Herausforderungen der Arbeit im Parlament. Nebenbei beeindruckte er uns mit seinen Kenntnissen in sieben europäischen Sprachen.

Nach einem Gruppenfoto vor dem Parlamentsgebäude ging es dann ins Zentrum von Straßburg, wo die Schülerinnen und Schüler die Atmosphäre der Europastadt auf eigene Faust erkunden durften. Auf der Fahrt stießen wir noch auf einen Demonstrationszug gegen die Annahme der sogenannten Taxonomie, den Plan der Kommission, Atomkraft und Gas als nachhaltige Finanzanlagen einzustufen. Diese Entscheidung fiel am nächsten Tag, das EU-Parlament stimmte dem Vorschlag zu. Gerade diese Entscheidung wird sicher im Gemeinschaftskundeunterricht und vielleicht auch in anderen Fächern noch Thema sein. Sie ist sicher ein Beispiel, um zu zeigen, welche Bedeutung die EU-Institutionen haben und wir hoffen sehr mit der Exkursion bei unseren Schülerinnen und Schülern mit Blick auf das Thema EU sowohl Interesse geweckt als auch Wissen gefestigt zu haben.