Nach Unterrichtschluss trafen sich einige Mitglieder der AG PGH Goes Politics mit Herrn Singer und Frau Rochard im Foyer, um gemeinsam zur Villa Reitzenstein zu fahren.
An der Villa angekommen trafen wir auf Mitglieder des Vereins der Freunde des PGH. Zunächst wurden von der Security unsere Ausweise überprüft und wir bekamen jeder einen Besucherausweis. Während wir auf die Führungsleitung warteten, bekamen wir einen kleinen Einblick in die Tätigkeiten eines Security-Mannes, der, wie er sich ausdrückte, dafür verantwortlich war, dass „alle hinein und wieder hinaus“ gingen.
Nach kurzer Wartezeit kam schon die Leiterin unserer Führung. Sie erklärte uns zunächst die Verhaltensregeln auf dem Gelände, aber da der Ministerpräsident momentan in Berlin war, durften wir überall Fotos machen und konnten uns alle Räume ansehen.
Über eine Treppe gelangten wir vor die Eingangstür der imposanten Villa Reitzenstein. Dort wurde uns die Geschichte der Villa erzählt: Gebaut wurde sie 1910 von Helene von Reitzenstein. Im gesamten Gebäude befinden sich bis heute originale Verzierungen, die wir beim Eintreten durch die Eingangstür gleich sehen konnten. Nachdem wir uns im Eingangsbereich umgesehen hatten, gingen wir in den Runden Saal, in dem der amtierende Ministerpräsident seine Gäste empfängt. Durch die bodentiefen Fenster konnte man bis Stuttgart Mitte gucken und hatte einen guten Überblick über den parkähnlichen Garten.
Danach gingen wir in den mit Wandteppichen verzierten Gobelinsaal, einem alten Speisesaal der heute für Konferenzen genutzt wird. Nach kurzer Zeit gingen wir weiter in den Damensaal, der ebenfalls mit Wandteppichen verziert war. Dort erfuhren wir viel über die Umbauten, vor allem nach der NS-Zeit, und dem Tunnelsystem unter der Villa Reitzenstein, welches aber aus Furcht vor Angriffen der RAF (Rote Armee Fraktion) zugeschüttet worden war und heute nicht mehr begangen werden kann. Wir gingen weiter in den Herrensaal, in dem auf der Holzvertäfelung Tänzerinnen aus Perlmutt angebracht sind.
In der hölzern verkleideten Bibliothek erfuhren wir etwas über den Vertrag zum Verkauf der Villa von Helene von Reitzenstein an das Land Württemberg-Baden.
Nahe dem Eingangsbereich bekamen wir Einblicke in die Gemälde, die sich jeder Ministerpräsident nach seiner Amtszeit traditionellerweise malen lässt, wobei das Gemälde von Günther Öttinger (CDU) am aufsehenerregendsten war wegen eines gemalten Einschussloches, das die Künstlerin unabgesprochen eingezeichnet hatte. Danach ging es weiter zum Kabinettssaal, indem immer dienstags Besprechungen des Ministerpräsidenten mit seinen Ministern stattfinden. Schlussendlich gingen wir in den Park der Villa Reitzenstein, wo wir auf der großen Freitreppe ein Gruppenfoto machten.
Die Führung dauerte ungefähr 1,5 Stunden und war sehr spannend. Man hat wirklich viel über die historische, aber auch moderne Geschichte der Villa erfahren. Die Führung hat gute Einblicke in die Geschichte und das Leben der Ministerpräsidenten gegeben.
Wir danken dem Verein der Freunde des PGH e.V. für die Organisation der Führung und die Übernahme der Fahrtkosten.

