Lateiner der Stufen 8 und 9 in Trier unterwegs

(SuS) Los ging es am 6. Mai am Stuttgarter Hauptbahnhof um 7:52 Uhr. Wegen des Bahnstreiks sollte unsere Zugfahrt fast zwei Stunden länger dauern. Unsere Gruppe bestand aus den Lateinlehrern Frau Cadario und Herr Dr. Ziegler und den Schülerinnen und Schülern der achten und neunten Klassen, die Latein als Fremdsprache im naturwissenschaftlichen Zug gewählt hatten. Insgesamt waren wir ungefähr 40 Personen. Wir fuhren durch wunderschöne Weinberge und sogar an der Lorelei vorbei.

In Trier angekommen, stiegen wir in einen Bus um, der uns in wenigen Minuten in die Jugendherberge, in der wir für zwei Nächte schliefen, brachte. Unsere Unterkunft lag direkt in der Altstadt und war, da wir sehr viel in Zentrum von Trier besichtigen wollten, bestens ausgewählt. Trier war schon vor den Römern besiedelt, aber uns interessierten eher die Baudenkmäler aus römischer Zeit und dem Mittealter. Wir richteten uns in der Jugendherberge schnell ein und nach einer kurzen Pause ging es los.

Es war um die Mittagszeit. Auf unserem heutigen Programm stand als erstes eine Besichtigung der Porta Nigra, die wir von außen und innen anschauten und bewunderten. Das Tor hat mich allein schon wegen der Größe, aber auch wegen des Alters sehr beeindruckt. Es handelt sich wohl um ein ehemaliges römisches Stadttor, mit dessen Bau ab dem 2. Jahrhundert nach Christus begonnen wurde. Nicht weit von der Porta Nigra liegt der Marktplatz mit einer Kopie des berühmten mittelalterlichen Trierer Marktkreuzes, dessen Original im städtischen Museum steht; und der Marktbrunnen mit den Abbildungen der vier Kardinalstugenden - Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.

Da an diesem Abend das Fußballspiel Bayern München gegen den FC Barcelona übertragen wurde, waren wir froh, zeitig in die Jugendherberge zurückgehen zu können, in der wir Karten spielten und eben – Fußball glotzten. Bayern verlor 1:3.

Am nächsten Tag, einem Samstag, standen folgende Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: Dombesichtigung mit Führung und ein Besuch des Dommuseums. Der Dom ist die älteste Bischofskirche in Deutschland und wurde zur Zeit des Kaiser Konstantins als langschiffige Basilika begonnen, was man heute noch sehen kann. Mir blieb vor allem ein sehr hässliches, altes Gemälde im Dominneren, auf dem viele Menschen zu sehen waren, in Erinnerung. Und die neue Orgel in der Konstantinsbasilika, die wir auch besuchten und die heute als evangelische Kirche genutzt wird. Seit 1986 ist die Basilika Teil des UNESCO-Welterbes „Römische Baudenkmäler“, zu dem auch der Dom gehört; das heißt, diese Denkmäler stehen unter einem besonderen Schutz der UNESCO und somit der UNO. In den Konstantinthermen spielten wir in den unterirdischen Gängen Versteck.

Über die Römerbrücke ging es weiter zur Jugendherberge. Dann hatten wir bis zum Abendessen Zeit, in der wir machen konnten, was wir wollten; Meine Freunde und ich bummelten durch die Altstadt. Am Abend gingen wir in ein Lokal, in dem „römisches Essen“ angeboten wurde; Lamm, Hähnchen, Fisch, alles speziell gewürzt.

Auch Wein gab es, den die Römer ja auch zum Desinfizieren ihres Wassers einsetzten. Wir aber nippten natürlich nur… haben wir ja heutzutage andere hygienische Bedingungen als zur Römerzeit. Und wir aßen mit Messer und Gabel, was bei den Römern wohl eher unüblich war.
Am dritten Tag besuchten wir das Kolosseum, ein römisches Amphitheater und das Rheinische Landesmuseum. Leider war die riesige, 23 Meter hohe Igeler Säule verhüllt, da sie gerade restauriert wird.

Dann fuhren wir wieder nach Stuttgart zurück. Da die Bahn immer noch streikte, dauerte die Rückfahrt sogar noch länger als die Hinfahrt. Wir vertrieben uns die Zeit mit Wehrwolfspielen auf den Gleisen des Trierer Hauptbahnhofs, die aber Gott sei Dank still gelegt waren. Und saßen ganz entspannt im Zug, da wir ein sehr gelungenes verlängertes Wochenende mit einer super Mischung aus Freizeit und Kulturprogramm hinter uns hatten.

Clemens